Kokosöl nativ und Kokosfett neutral

– Unterschiede und Gemeinsamkeiten –

Kokosöl: Wo kommt es her und wie wird es hergestellt? Was macht es so besonders? Wozu könnt ihr es verwenden?Was passiert bei der Desodorierung von Kokosöl?

  Alles Wissenswerte haben wir für euch auf in unserem Blog zusammengestellt.

Kokosöl ist das kostbare Öl aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss. Das Kokosfleisch besteht zu etwa einem Drittel aus Fett. Von der Blüte bis zur vollreifen Frucht benötigt eine Kokosnuss etwa ein Jahr. Von der Ernte bis zur Verarbeitung der reifen, erntefrischen Kokosnüsse zu Kokosöl dauert es nur wenige Tage. Auf den Plantagen unserer Vertragspartner werden die Kokosnüsse von den Kokospalmen geholt, gesammelt und zur Ölmühle gebracht. Für einen Liter Kokosöl  braucht es ca. 10 reife Kokosnüsse.

Wie wird Kokosnussöl hergestellt?

Ab dem Alter von 8 bis 10 Jahren beginnen die Kokospalmen ganzjährig Früchte zu tragen, die dann geerntet werden können.

Mit einer langen Stange pflücken unsere Partner vor Ort die Kokosnüsse und bringen sie zur Sammelstelle. Anschließend kümmern sie sich um den Transport bis zur Ölmühle. Ausschließlich intakte Kokosnüsse kommen in unsere FRANZ & CO.-Öle. Und das geht so: Die geernteten Nüsse werden vorsichtig geöffnet, sowie ihre dünne Schale und die braune Schutzhaut per Hand entfernt. Aus dem frischen Kokosnussfleisch wird das wertvolle Öl schonend durch Kaltpressung gewonnen und nach unserer Qualitätskontrolle in Gläser abgefüllt.

Diese beschriebene Methode stellt eine Besonderheit bei der Herstellung unseres Öls dar, da sie auf schonende und aromaschützende Weise für eine geringe Restfeuchte sorgt. Dadurch bleiben einerseits die wertvollen Inhalt- und Nährstoffe sowie der unverfälschte, milde Kokosgeschmack erhalten. Andererseits wird das Öl so auf ganz natürliche Weise haltbar gemacht. Denn eine höhere Restfeuchte würde das Kokosnussöl schneller verderben lassen.

Zeitstrahl zeigt, dass es ca. 10 Jahre braucht bis eine Kokospalme ganzjährig erntereife Früchte trägt.

Mit einer langen Stange werden reife Kokosnüsse gepflückt und zur Sammelstelle gebracht.

Frisch geerntete Kokosnuss für FRANZ & CO.

Geerntete Kokosnüsse werden vorsichtig geöffnet und ihre dünne Schale und braune Schutzhaut per Hand entfernt

Wo kommt das Kokosöl her?

Das FRANZ & CO.-Kokosöl nativ stammt zum größten Teil aus einem Projekt auf den südphilippinischen Inseln und aus Sri Lanka. Kokospalmen werden aber auch in anderen Regionen der Erde kultiviert: in Indonesien und Süd-Indien – sowie in Afrika und an Küsten und Flussläufen in Südamerika.

Seit Jahren pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit Familienbetrieben, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden und die uns bis heute zuverlässig mit reinem, naturbelassenem Kokosöl beliefern. Der langjährige, persönliche Kontakt zu unseren Partnern ist uns sehr wichtig und wir überzeugen uns regelmäßig vor Ort anhand von Audits, ob die strengen EU- und Bio-Richtlinien bei Anbau und Verarbeitung eingehalten werden.

Nichts geht über eine gute Kokosöl-Qualitätssicherung!

Bis das Kokosnussöl in den Handel gelangt, durchläuft es ein mehrstufiges Analyseverfahren. Von jeder Charge werden Proben entnommen, die zunächst eine strenge sensorische Prüfung durchlaufen. Bei der sensorischen Prüfung werden neben Farbe und Geruch auch Geschmack und Mundgefühl bewertet.

Zusätzlich zu den kontinuierlichen sensorischen Prüfungen und Analysen im eigenen Labor beauftragen wir von FRANZ & CO. darüber hinaus ein externes, unabhängiges Labor mit Rückstandskontrollen (bspw. auf Pestizide, Weichmacher, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und weiteren Analysen (z. B. Fettsäurespektrum) gemäß der festgelegten strengen Qualitätsparameter. So können wir garantieren, dass sich keinerlei Verunreinigungen oder Chemikalien in unserem Kokosöl befinden.

Kokosöl-Liebhaber schätzen besonders die rein-weiße Farbe und die cremige Konsistenz, die Zeichen für Reinheit und Qualität des Kokosöls sind. Erst nach einer umfangreichen Prüfung wird das Kokosöl freigegeben und in vakuumverschlossene Gläser abgefüllt. Diese Vakuumierung ist eine weitere Besonderheit von FRANZ & CO. und stellt eine lange Haltbarkeit und gleichbleibend hohe Qualität auch nach der Abfüllung sicher. Das Kokosöl verlässt die Ölmühle in einwandfreiem Zustand – in bester Bio-Qualität.

Kokosnüsse und Kokosöl nativ von FRANZ & CO. auf Tisch

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Was ist der Unterschied zwischen nativem Kokosöl und Kokosfett?

Fette sind bei 20 °C fest, Öle sind bei dieser Temperatur flüssig. Chemisch gesehen gibt es also nur Kokosfett, da es bei 20 °C fest ist. Aber in den Anbauländern herrschen oft höhere Temperaturen als 25 °C. Dann wird es flüssig, daher spricht man dort meist von Kokosöl.

Wir haben uns eine Definition für die Unterscheidung von Kokosöl und Kokosfett überlegt: 

Kokosöl nativ

Kokosöl ist das native, unverarbeitete Kokosöl (VCO – virgin coconut oil). Hier wird das Öl schonend ohne Wärmezufuhr durch einmalige Kaltpressung gewonnen: Unser Kokosöl nativ.

Kokosfett neutral

Unser Kokosfett neutral ist desodoriert, daher nicht mehr „nativ“. Desodorierung heißt auch Dämpfung. Das Kokosöl wird mit Wasserdampf behandelt. Somit wird der Eigengeschmack neutralisiert. Dem Kokosöl werden also bewusst die Farb- und Geschmacksstoffe entzogen. Das macht es – genauso wie das Kokosöl nativ – zu einem perfekten Back- und Bratöl.

Somit haben wir den authentisch-natürlichen Geschmack bei Kokosöl und den neutralen Geschmack beim Kokosfett, so dass dieses Produkt flexibel in eurer Küche verwendbar ist. Beide Öle sind sehr hitzestabil. Ihr Rauchpunkt liegt bei 190 Grad.

Blick nach oben: Erntereife Kokosnüsse hängen an einer Kokospalme

Worin unterscheiden sich Kokosöl und Palmöl?

Die im Kokosöl enthaltenen Fettsäuren sind zu über 90 % gesättigt. Das Wichtige beim Kokosöl ist jedoch, dass von diesen gesättigten Fettsäuren über 50 % Laurinsäure und ca. 10 % MCTs (mittelkettige Fettsäuren) sind. Sowohl die Laurinsäure als auch die MCTs sind positiver zu bewerten als andere gesättigte Fettsäuren. Ca. 6 % der Fettsäuren im Kokosöl sind einfach ungesättigt und man findet kaum mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Palmöl wiederum enthält ca. 50 % gesättigte Fettsäuren, ca. 40 % einfach ungesättigte Fettsäuren und der Rest besteht aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ernährungsphysiologisch hat Palmöl also den Vorteil, dass mehr einfach ungesättigte Fettsäuren enthalten sind, aber der Nachteil ist, dass „schlechte“ gesättigte Fette überwiegen, denn im Palmöl gibt es – im Gegensatz zum Kokosöl – die wertvolle Laurinsäure nicht und auch keine MCTs. Der Anbau der Ölpalme ist außerdem zumeist nicht nachhaltig und somit für uns als Hersteller von Bio-Ölen nicht vorstellbar.

Was ist der Unterschied zwischen nativem Bio-Öl und MCT-Ölen?

Bio-Öl ist natives, nicht raffiniertes natürliches Kokosöl, welches zu etwa 10 % MCTs (Capryl-, Caprin- und Capronsäure; Kettenlänge 6 bis 10 Kohlenstoff-Atome) enthält. MCTs werden anders in unserem Körper umgewandelt als längere Fettsäuren. Wir nutzen sie effektiver zur Energieverwertung – nicht als Fettpolster :).

Daher sind sie interessant in der parenteralen Ernährung, bei der der Verdauungstrakt weitestgehend umgangen wird. Weiterhin finden sie Einsatz in der ketogenen Ernährung (gesunde Fette und weniger Kohlenhydrate) und in der Sportlerernährung.

Reine MCT-Öle sind, meist aus Kokosöl gewonnene, Fraktionen der drei MCT-Fettsäuren. Man verspricht sich durch die hohe MCT-Konzentration Vorteile, die aber nicht belegt werden konnten. Im Gegenteil: Hohe Mengen isolierter MCTs können zu Verdauungsproblemen führen. Das wurde bei Kokosöl noch nicht beobachtet.

Warum gibt es kritische Stimmen zu Kokosöl?

Kritik kommt vor allem daher, dass Kokosöl überwiegend aus gesättigten Fettsäuren besteht. Diese wurden in den letzten Jahrzehnten fälschlicherweise für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht. Mittlerweile gibt es immer mehr Erkenntnisse, dass gesättigte Fette nicht so schlecht sind, wie bisher behauptet und man auch weiter differenzieren muss: So ist z. B. die Laurinsäure (12 Kohlenstoffatome) ernährungsphysiologisch wertvoller zu bewerten als die Palmitinsäure (16 Kohlenstoff-Atome).

Außerdem liefert Kokosöl keine ausreichenden Mengen an essentiellen Nährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Omega-Fettsäuren). Wichtig ist, dass für eine gesunde Ernährung auch andere wertvolle Öle genossen werden sollten, wie Leinöl, Hanföl, Rapsöl und Walnussöl, welche reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren sind.

Herstellung von Kokosöl: Kokosfleisch wird in einer Schneckenpresse zu Öl verarbeitet

Herstellung von Kokosöl direkt nach dem Auspressen: Das Öl läuft in ein Auffangbecken

Herstellung von Kokosöl direkt nach dem Auspressen: Das Öl läuft in ein Sieb

Wie erkennt man qualitativ hochwertiges Kokosöl?

Ein hochwertiges Kokosöl erkennt ihr an der fehlerfreien Sensorik, wie Geruch und Geschmack. Fehler können z. B. Muffigkeit oder parfümähnliche Eindrücke sein. Im flüssigen Zustand ist das hochwertige Kokosöl klar. Aber: Die Marmorierung ist kein Qualitätsmerkmal, wie viele glauben, sondern hat mit dem Erstarrungsverhalten zu tun – Kokosöle werden immer flüssig abgefüllt und dann im Glas fest. Ein „marmoriertes“ Kokosöl ist nicht besser als ein „klares“ oder andersrum. Auf den biologischen Anbau der Kokosnüsse und die schonende Verarbeitung solltet ihr aber schon beim Kauf achten.

Wie und wo wird es gelagert? Wie lange hält es sich?

Kokosöl hat durch sein Fettsäuremuster mit vielen stabilen gesättigten Fettsäuren eine sehr gute Haltbarkeit, da es nur gering oxidationsanfällig ist. Seine Lagerung ist am besten bei Raumtemperatur und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Ihr könnt das Kokosöl auch im Kühlschrank lagern, aber das ist eigentlich unnötig, da die Haltbarkeit ohnehin hoch ist.

Die kleine Gefahr bei geöffneten Kokosgläsern: Nach dem Öffnen des Vakuumverschlusses dringt Luft in den oberen Teil des Glases ein. Die Feuchtigkeit in der Luft kann im Kühlschrank kondensieren. Dadurch sammelt sich Wasser im oberen „ölfreien“ Raum des Glases, welches mikrobielles Wachstum ermöglicht.

Haltbar ist unser Kokosöl deutlich über ein Jahr. Schaut immer mal auf das MHD auf der Verpackung. Falls das langhaltbare Kokosöl doch einmal verdirbt, merkt ihr dieses an dem ranzigen, muffigen und parfümähnlichen Geruch und Geschmack. Dieses verdorbene Öl solltet ihr dann im Glas im Restmüll entsorgen. Bitte nicht flüssig in den Abfluss gießen, da dieser dann verstopft.

Kokosöl hat viele Stärken

Vorteile von Kokosöl für euch auf einen Blick:

  • Kokosöl eignet sich perfekt zum Kochen und Backen.
  • Kokosfett ist die gute Alternative zu Butter – auch für Veganer und Rohköstler geeignet.
  • Der Laurinsäure wird eine positive Wirkung gegen Viren und Bakterien nachgewiesen. Somit eignet sich unser Kokosöl auch prima zum „Ölziehen“ am Morgen. *
  • Natives Kokosöl hat eine feuchtigkeitsspendende Wirkung, nährt trockene und empfindliche Haut und macht trockenes und strapaziertes Haar geschmeidig. Somit ist Kokosöl das ideale Haarspitzen-Öl. FRANZ & CO.-Kokosöl ist dermatologisch getestet, daher bedenkenlos einsetzbar.
  • Natives Kokosöl wirkt beruhigend bei Insektenstichen und Sonnenbrand.

Trotz mancher Kritiken ist Kokosöl also eine Kostbarkeit der Natur.

Erst recht, wenn man sich noch einmal vor Augen führt, dass es immerhin 10 reife Kokosnüsse braucht, um einen einzigen Liter Kokosöl zu gewinnen.

Infografik zeigt, dass es ca. 10 reife Kokosnüsse für 1 l Kokosöl braucht

* Nagilla, Comparative Evaluation of Antiplaque Efficacy of Coconut Oil Pulling and a Placebo, Among Dental College Students: A Randomized Controlled Trial, 2017

Ölziehen mit Kokosöl

Ölziehen? Das ist eine ayurvedische Methode der Reinigung, Entgiftung und Stärkung des gesamten menschlichen Organismus sowie der Pflege der natürlichen Mundflora.

Kokosöl nativ eignet sich sehr gut zum Ölziehen, denn es hat einen angenehmen Geschmack, lässt sich leicht dosiern und wird flüssig im Mund.

Wie Ölziehen funktioniert erfahrt ihr hier:

Kokosöl zum Ölziehen

Rezepte mit Kokosöl

Dank seines herrlichen Aromas frischer Kokosnüsse verleiht es Gerichten eine exotische Note. Es ist hoch erhitzbar und daher ideal zum Braten und Backen geeignet. Es lassen sich aber auch viele süße Köstlichkeiten damit zaubern, da es im kalten Zustand fest wird.

Lasst euch von unseren Rezepten inspirieren!